TVLab 2015: Soll Youtube das Fernsehen retten?

05. November 2015 | 16:27 | fernsehen | 0 Kommentare

Das TVlab auf ZDFneo (Foto: Frank Krause / ZDFneo)Im Internet und auf Youtube bestimmen die Konsumenten ständig, was sie sehen wollen und was nicht. Was zählt sind Klicks, Views und die Watchtime. Kommt etwas gut an, geht es in Serie, wenn nicht, wird es eingestellt. Ohne Frage sind hier Formate erfolgreich, die es nach den starren TV-Regel gar nicht geben dürfte. Doch sind deren Macher, diese „Internet-Menschen“, wirklich geeignet das Fernsehen zu bereichern? Am kommenden Montag startet das TVLab von ZDFneo in die fünfte Runde und versucht genau das herauszufinden.

Was war?

Von Beginn an bin ich einer großer Fan des TVLabs. Eine feste Institution zu schaffen, um neue Ideen zu testen und von den Zuschauern bewerten zu lassen, finde ich immer noch eine tolle Sache. Gleichwohl hatte ich, vor allem im letzten Jahr, meine Zweifel, wie lang man es noch in der bisherigen Form weiterführen kann. Immer weniger Produktionen landeten am Ende im Programm und auch die Gewinnerformate schienen oft nur eine Pflichtstaffel zu bekommen. Seien das Deutsches Fleisch, Tohuwabohu oder auch Teddys Show.

Was ist?

Dieses Jahr soll alles anders werden. Statt der üblichen TV-Produzenten, die mit mehreren Monaten Piloten für das TVLab produzieren dürfen, werden dieses Mal Teams zusammengestellt, die aus „Social-Media-Persönlichkeiten, Schauspielern, Musikern und YouTubern bestehen„. Diese sollen spontan, innerhalb einer Woche, jeweils einen vier- bis achtminütigen Clip produzieren. Die laufen dann auch wieder im TV. Allerdings soll nicht deren Inhalt in Serie gehen, sondern das Gewinnerteam bekommt die Chance danach, gemeinsam mit dem Sender, ein neues Format zu entwickeln.

So weit, so gut. Doch irgendwie bereitet mir diese Idee Bauschmerzen. Dass Formate und Persönlichkeiten, die online Funktionieren, nicht zwangsläufig das TV bereichern, haben uns 2012 Y-Titty oder „Bibis Tagebuch“ bei den Popstars 2015 gezeigt. Auf der anderen Seite hat etwa der Sprung von Katrin Bauerfeind von Ehrensenf zum Fernsehen (es lebe das Anagramm) zu einigen Unterhaltsamen Sendungen und Fernsehauftritten geführt.

Was wird?

Jetzt liegt es natürlich am Sender und den verantwortlichen Produzenten da die besten Leute auszusuchen und ich würde es mir wünschen, wenn hier das erste Beispiel eines perfekten Sprungs von „Internet-Menschen“ hinein ins Fernsehen gelingt. Aber wirklich daran glauben kann ich noch nicht. Dafür sind das meines Erachtens einfach zwei grundverschiedene Welten, die hier zusammengebracht werden.
Zum anderen frage ich mich auch, wo der echte Mehrwert der Macher bei diesen Projekten liegt. Klar wird es, davon gehe ich mal aus, ein höheres Budget für die Produktion geben, als für die üblichen Youtube-Formate. Dafür geben sie einiges an Freiheiten auf, die der eigene Online-Kanal nunmal bietet. Die andere Frage ist, warum man die Ergebnisse nicht direkt online belässt. Hier treffen Community und der übliche Freiraum direkt aufeinander. Man kann sich im gewohnten Medium austoben. Vom ZDF hat man ohnehin noch nicht all zu viel über die eigenen Ambitionen zum neuen Jugendangebot gehört. Aber vielleicht ist auch genau das der Plan?

Am Montag, den 9. November 2015 startet das Projekt. Ab dem 16. November dürfen die Zuschauer wieder abstimmen und auch dann werde ich wohl auch ich ein endgültiges Fazit ziehen können …

 

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