Fünf Gründe, warum ich Fernsehen liebe

08. September 2015 | 20:07 | fernsehen | 0 Kommentare

Fernsehen: Bitte einschalten! Fernsehen ist tot! Im Internet, auf Youtube und bei Netflix treiben sich die coolen Kids rum. „Ich habe keinen Fernseher“ ist längst zur Qualitätsaussage geworden. Aber ist es wirklich so cool stattdessen Youtube-Clips und ganze Serien auf dem Laptop, Tablet oder gar Handy zu schauen? Sind die Inhalte dadurch gleich besser? Und wann ist es eigentlich uncool geworden fern zu sehen? Ich mag Fernsehen, sehr sogar.

Irgendwie sind die Fernsehsender ja selbst Schuld. Die öffentlich-rechtlichen Sender bekommen es nur sehr langsam gebacken sich einer jüngeren Zielgruppe jenseits der 60 anzupassen, die privaten Sender verkrampfen geradezu dabei alte Erfolgsrezepte immer und immer wieder auszuschlachten. Eigene Innovation? Viel zu teuer. Wir kaufen uns lieber eine Sendung, Serie oder Show aus dem Ausland ein.

Doof nur, dass das Internet es immer leichter macht genau diese Originale zu entdecken, ohne Synchronisation oder schmierige deutsche Wegmoderierer. Was es braucht sind eigene starke Ideen und kreative Köpfe. Und damit meine ich nicht irgendwelche Youtuber ins Fernsehstudio zu zerren. Das Medium Fernsehen funktioniert anders und hat es in der Vergangenheit auch sehr gut verstanden Momente zu schaffen, die vielen Menschen dauerhaft im Gedächtnis bleiben.

Klaas Kinski


Als Klaas Heufer-Umlauf für das Duell um die Welt im Dschungel von Neuguinea war, rastet er plötzlich aus, schreit sein Team zusammen und zieht nicht gerade Sympathien auf sich. Und was für ein Spinner läuft eigentlich im hellen Sonntags-Anzug durch den Dschungel?

Wer allerdings genau hinhört, wird sich auch wundern, warum ihn immer alle „Klaus“ und nicht Klaas nennen und freut sich am Ende über die wunderbar detailverliebte Hommage an einen der bekanntesten Ausraster von Klaus Kinski im Dschungel von Peru.

Raabigramme


Einfach so eine fremde TV-Show crashen, ganz unabhängig auf welchem Sender, ob live oder nicht? Das konnte Stefan Raab früher ganz gut. Wetten, dass..?, Die Wochenshow oder eben beim Kollegen Harald Schmidt, in dessen – parallel zu TV Total laufenden – Sendung er sein Ständchen typisch gehässig vortrug.

Christoph Schlingensief rastet aus (Talk2000)


Christoph Schlingensief war eigentlich ein deutscher Theater- und Fernsehregisseur. Mit seiner Sendung Talk2000 versuchte er unterdessen das Genre zu unterwandern, vorzuführen und seine Gäste aus der Reserve zu locken. Nicht nur, dass Gäste und Moderator sich während der Sendung unentwegt auf einem Podest drehten. Man konnte sich auch nie ganz sicher sein, ob eine Reaktion tatsächlich zufällig oder geplant war. Auch wenn sie so heftig ausfiel, wie in diesem Beispiel.

Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf


1982 hatte zuletzt ein deutscher Teilnehmer den Eurovision Song Contest gewonnen. Als es dann 2010 mit Lena ein zweites Mal klappte, waren fast 40 Jahre vergangen. Umso wichtiger einmal richtig zu zeigen, was das deutsche Unterhaltungsfernsehen kann. Das Opening von 2011 ist auf jeden Fall ein beeindruckendes Zeugnis dessen.

Gottschalks letzte Worte bei Wetten, dass..?


Über 20 Jahre hat Thomas Gottschalk die Sendung Wetten, dass..? moderiert und geprägt. Als er 2011 auf eigenen Wunsch die Moderation abgab, schauten 14,8 Mio Menschen zu. Ganz anders als Markus Lanz trifft Gottschalk die richtigen Worte und das ZDF lässt im Anschluss nicht den Grafen von Unheilig singen. So einfach können TV-Momente zu herzen gehen.

Fernsehen muss die Zuschauer ernst nehmen

Das waren fünf TV-Momente, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt haben. Meinem Alter geschuldet fallen Größen wie Rudi Carrell, Peter Frankenfeld und Wim Thoelke aus dem engeren Raster. Ein Begriff sind sie mir trotzdem noch. Fernsehen ist und bleibt ein Medium, dass vor allem in der Gemeinschaft und mit dem Gefühl: Viele andere sehen gerade genau dasselbe wie ich, seine Stärken zeigt. Das klappt aber nur, wenn es sich selbst nicht zu ernst nimmt und die Zuschauer dafür umso mehr.

Habt ihr ähnliche Bilder im Kopf? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

PS: Auf Youtube habe ich noch ein paar weitere Argumente für das Fernsehen gesammelt.

 

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