Twitter-Verifizierung, so geht’s!

22. Mai 2013 | 02:00 | social media | 3 Kommentare

Der Twitter-Verified-Account (Screenshot: Frank Krause / Twitter)Twitter ist gratis, leicht zu erlernen und jeder kann es nutzen. Nur um einen Aspekt ranken sich viele Vermutungen und Mysterien: Wie zur Hölle bekomme ich einen verifizierten Twitter-Account? Im Rahmen meiner Arbeit begab es sich, dass ich das Prozedere durchlaufen und einen Account verifizieren durfte. Keine fünf Minuten und das begehrte Häkchen prangte auf dem Profil. Wie unspektakulär das alles ist und warum ich nun trotzdem noch keinen Haken bei meinen eigenen Account habe, erfahrt ihr hier.

Update Juli 2016: Mittlerweile hat Twitter auch ein offizielles Antragsformular für die Verifizierung. Die Kritierien, welche Accounts den Haken bekommen, haben sich trotzdem nicht geändert und werden weiterhin von Hand durch Twitter-Mitarbeiter geprüft.

Ein Anrecht oder gar ein Antragsverfahren auf die Verifizierung gibt es nicht. Im Twitter-Hilfe-Center ist ein ausführlichen Text über das wie und warum. Aber kurz gesagt: Twitter-Mitarbeiter durchkämmen das Netzwerk nach bestimmten Kriterien, überprüfen schon einmal vorab die Authentizität eines Accounts und treten dann mit den Twitter-Nutzern in Kontakt. Wirklich beeinflussen kann man diesen Prozess nicht.

Was dann passiert wirkt eher wie eine Parodie auf all das, was man hinter der Verifizierung eines Twitter-Accounts vermutet. Es beginnt damit, dass einem der Account @verified folgt und eine Direktnachricht absetzt.

Direktnachrichten von @verified-Account. (Screenshot: Frank Krause / Twitter)

 

In diesem Fall waren das gleich mal ein paar mehr Aufforderungen … wer liest schon seine Direktnachrichten?

Danach kommt man – völlig unspektakulär – auf eine Webseite, die es in drei einfachen Schritten ermöglicht, den Prozess abzuschließen.

Die drei Schritte zum verifizierten Twitter-Account. (Screenshot: Frank Krause / Twitter)

Schritt 1: Wie benutze ich Twitter richtig?

Schritt 1 besteht dann auch nur daraus bei drei vorgegebenen Tweet-Paarungen herauszufinden, welcher wohl mehr Erfolg bei den Followern hätte. Dabei fällt auf: Diese Melisa hat Twitter voll uns ganz durchblickt, im Gegensatz zu David der Twitter wohl nur selten nutzt. Beiden Accounts gibt es tatsächlich, wirklich aktiv sind diese aber nicht.

Verifizierung des Twitter-Accounts, Schritt 1 (Screenshot: Frank Krause / Twitter)

Schritt 2: Wem soll ich bloß folgen?

Wer jetzt denkt, Schritt 2 wird dann aber sicher eine größere Herausforderung, der irrt. Hier wurden wahllos Accounts empfohlen, denen man folgen kann – aber nicht muss.

Verifizierung des Twitter-Accounts, Schritt 2 (Screenshot: Frank Krause / Twitter)

Schritt 3: Gib deine Telefonnummer ein … oder auch nicht

Der dritte Schritt klingt da schon etwas ernster. Man soll eine Telefonnummer angeben, um seinen Account sicherer zu machen … Pflicht ist dieses Feld nicht und so konnte ich einfach weiter klicken.

Verifizierung des Twitter-Accounts, Schritt 3 (Screenshot: Frank Krause / Twitter)

Gratulation: Das war’s!

Und dann ist es auch schon vollbracht und der Account erhält den begehrten Haken. Keine persönlichen Daten, kein Testanruf, ja nicht einmal ein Captcha oder etwas ähnliches.

Verifizierung des Twitter-Accounts abgeschlossen (Screenshot: Frank Krause / Twitter)

Ihr seht, kein kompliziertes Prozedere und kein ominöser Geheimbund, der dahinter steckt. Stattdessen ein Verfahren das in seiner Einfachheit für jeden erfahrenen Twitterer eher unfreiwillig komisch wirkt. Das ist auch kein Problem, denn den Hauptteil der Recherche und Bearbeitung übernimmt Twitter selbst, wohl auch, um unerfahrenen Nutzern keine zusätzlichen Steine in den Weg zu legen.

Wie genau die Auswahl und die Überprüfung von Seiten Twitters ablaufen, bleibt aber auch nach diesem Artikel ein Geheimnis. Das ist sicher auch besser so, denn sonst hätten es Fälscher deutlich einfacher. Fehler sind trotzdem nicht völlig ausgeschlossen, wie etwa im Fall von Wendi Deng.

Oft wird diesem Feature sowieso viel zu viel Bedeutung zugemessen. Letztendlich geht es für Twitter nur darum, offensiv gegen Fake-Accounts vorzugehen und echten Stars, Unternehmen und Institutionen die Möglichkeit zu geben sich unkompliziert gegen Betrüger zu behaupten. Auf der anderen Seite drückt es eine Exklusivität aus, die eben nicht jeder erreichen kann – und soll.

Sehr unterhaltsam fasst das alles auch Anil Dash in einem kurzen Vortrag auf Youtube zusammen.

 

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