Jobs in der Online-Branche. (Foto: Frank Krause)
Jobs in der Online-Branche. (Foto: Frank Krause)

Jobsuche als Onliner : Hallo, ich bewerbe mich als …

Online zu arbeiten, heißt ständig zu arbeiten. Klar gibt es hier auch Bürozeiten, Arbeitsverträge und Urlaube. Aber so ganz entziehen kann man sich seiner Arbeit nie. Ist man nicht beruflich auf Facebook unterwegs, ist man es eben privat. Sitzt man gelangweilt auf dem Sofa, liest man eben doch noch schnell die neusten SEO-Trends in der t3n oder aktuelle Technikentwicklungen auf heise. Online zu arbeiten heißt für mich nicht nur in einer Nische auf dem neusten Stand zu bleiben, sondern ständig über neue Trends, Entwicklungen und Features informiert zu sein. Schon morgen kann das, was man vor einer Woche noch genau so gemacht hat, veraltet sein. Doch das macht es für mich auch so schwer zu sagen, als was genau ich nun eigentlich arbeite … oder arbeiten möchte.

Web-SEO-Channel-Manager

Klar gibt es auch in der Online-Branche (teils) fantasiereiche Jobbezeichnungen wie SEO, Webworker oder Social Media Manager. Doch geht vieles so ineinander über, dass – gerade in kleineren Firmen – eine klare Abgrenzung gar nicht möglich ist. Als SEO muss ich mich genauso mit Social Signals, und damit Social Media, auseinandersetzen, wie ich mich als Webdesigner mit grundlegenden SEO-Trends beschäftigen muss. Verliert ich den Blick für’s große Ganze, habe ich schon verloren.

Versteht mich nicht falsch, es gibt auf jeden Fall Koryphäen unter den SEOs, Grafikern oder Programmierern. Aber warum sind sie das? Weil sie über den Tellerrand blicken. Entsprechend schwer finde ich es, erst einmal an diesen Punkt zu kommen. Das Studium ist eine Sache, die so ein schnelllebiges Medium aber auch nur oberflächlich behandeln kann. Erst mit dem richtigen Arbeitgeber beschäftigt man sich dann mal mehr mit dem einen oder anderen Gebiet – oder bleibt Generalist. Was als Berater oder in kleinen Firmen ja durchaus auch von Vorteil sein kann.

Spezialist oder Generalist?

Mein Problem an diesem Prozedere ist nicht, dass ich mich mit so vielem auseinandersetzen muss. Nein, das macht mir Spaß. Doch als was bewerbe ich mich, wenn ich erst ein paar Jahre in der Branche arbeite? Arbeitgeber haben entweder sehr konkrete Vorstellungen, die viel Berufserfahrung voraussetzen, oder wissen selbst nicht genau, was sie suchen und ich muss – etwa bei einer Initiativbewerbung – kreativ vermitteln, was ich kann und was ich bereit bin zu lernen. Letztendlich braucht es Arbeit- und Auftraggeber, die einen fordern und eine Möglichkeit bieten sich in eine bestimmte Richtung weiterzuentwickeln.

Es ist das klassische Henne-Ei-Problem. Bewerbe ich mich auf eine Stelle und kann mich dort spezialisieren oder spezialisiere ich mich und suche dann eine passende Ausschreibung? Ich glaube, in keiner anderen Branche ist die Herausforderung so groß sich eine Spezialisierung zu suchen und sich zugleich gar nicht zu sehr zu spezialisieren. Schon in ein paar Jahren kann es etwa Facebook, Google oder Youtube in der heutigen Form gar nicht mehr geben und man ist darauf angewiesen sich an aktuelle Trends anzupassen.

Eben das macht Spaß und Frust in diesem Tätigkeitsfeld für mich aus … es gibt ständig neue Herausforderungen und es stellt sich kein Alltagstrott ein. Dafür hasse und liebe ich es online tätig zu sein. Nur welche Jobbezeichnung gebe ich mir nun eigentlich? Vorschläge?

Über den Autor

Fernseh- & Internetnerd, Newsjunkie und nebenberuflicher Twitterer. Immer fasziniert von dem, was mit den Medien möglich ist - und enttäuscht davon, was sie dann tatsächlich tun. Frank Krause schreibt über die Licht- und Schattenseiten eines Business, das ihn seit seiner Jugend unendlich fasziniert.

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